Bremer Rugbygeschichte

Geschichten, die das Rugbyleben schrieb (1): “Die Bremer Musketiere”
Als der junge Sportlehrer Hüko nach beendetem Studium 1966 wieder in seine Heimatstadt Bremen zurückkehrte, suchte er nach einem Rugbyclub, um sich auch privat sportlich betätigen zu können. Er wurde fündig bei Bremen 1860 – ganz einfach, weil es damals weit und breit der einzige derartige Verein war. Er traf dort auf einen gleichermaßen Rugbyverrückten, wie er selbst es war – nämlich Klaus, genannt “Der Bär”. Die Beiden wurden zwar nicht sofort gute Freunde, sondern hatten sogar einige ernsthafte Dispute zu überstehen. Sie merkten aber mit der Zeit, dass ihr Rugbysport eine einende Fähigkeit besaß und dass die Mannschaft sie beide brauchte. Nach ein paar Jahren stieß dann Paul zum Team, ein guter Treter. Nun bedeutet das im Rugby nichts Ehrenrühriges wie z.B. im Fußball. Bei uns ist so ein Spieler derjenige, der Punkte durch Kicks erzielen soll.
Nach ihrem Rückzug aus dem Berufsleben bildeten die Drei den Nucleus für eine Gemeinschaft, die RRR (Rugbyrentnerrunde) getauft wurde. Sie fanden es nämlich schade, dass sie ihre alten Kumpel nicht mehr regelmäßig sehen konnten. Und so machte sich Hüko daran, ein kleines Netzwerk aufzubauen, dem inzwischen 15 Rugby-Oldies angehören – u.a. auch der Gründungsvater der Bremer Rugbyszene Heiner Vollmer aus Hannover. Die RRR trifft sich alle drei Monate zu einem geselligen Beisammensein, das immer den Besuch einer kulturellen Veranstaltung zum Höhepunkt hat, wie z.B. des U-Boot-Bunkers Valentin, der Seute Deern, des Wuseum, Helgoland, Mercedes, der Verkehrsleitzentrale, der Rugby-WM 2007 in Paris u.v.a.m. Zur Weihnachtszeit ist dann jedes Jahr das so genannte Damenfest Tradition, das immer einen Theaterbesuch beinhaltet. Die drei Musketiere, die kein Heimspiel von 1860 Rugby auslassen, sind inzwischen Freunde fürs Leben geworden, die gemeinsam Geburtstag feiern und einmal im Jahr zusammen mit ihren Ehegattinnen einen Kurztrip in eine europäische Metropole starten. Bisher haben sie Riga, Barcelona und Rom erobert. 2012 war Istanbul ein ganz besonderes Event, weil mit Andreas der Sohn unseres langjährigen, aber leider viel zu früh verstorbenen Mannschaftskapitäns Frank Radel in der Stadt am Bosporus wohnt und sich als hervorragender Fremdenführer zur Verfügung stellte.
Wenn dann im Jahre 2016 das 50-jährige Bestehen dieser Rugby-Freundschaft gefeiert werden soll, darf man sich bei 1860-Rugby schon mal auf einen Knalleffekt gefasst machen, sofern sich der Bär, Hüko und Paul noch bei guter Gesundheit befinden.